11.10.08

Love Song For Bobby Long (2004)

Geschrieben in DVD Review um 22:45 by Dennis

Die siebzehnjährige Pursy bekommt die Nachricht über den Tod ihrer Mutter. So beschließt sie, nach Jahren wieder in ihre Heimatstadt New Orleans zu ziehen. Doch anstatt ein bis dato wohlbehütetes Heim vorzufinden, trifft sie im ehemaligen Haus ihrer Mutter auf zwei ältere Männer, dem ehemaligen Literatur Professor Bobby Long und seinem ehemaligen Assistenten Lawson Pines. Widerwillig beugt sie sich dem letzten Willen ihrer Mutter, die den beiden Freunden wohl Wohnrecht gewährt hat. Anfangs herrscht noch recht kühles und angewidertes Klima zwischen dem Teenager und den beiden Herrschaften, die den ganzen Tag eigentlich nix weiter machen, als Alkohol zu trinken und in den Tag hineinzuleben. Doch nach und nach baut sich eine vielschichtige Beziehung zwischen den dreien auf, man redet miteinander und kommt sich näher, wodurch unweigerlich auch tiefe Geheimnisse ans Tageslicht kommen.

“Love Song For Bobby Long” ist ein schöner, ruhiger Film, der durch die Leistungen seiner Hauptdarsteller hervorsticht. John Travolta als älterer, ehemaliger Professor, der zum Alkoholiker geworden und damit so ziemlich ganz unten im Leben angekommen ist und dann von hier auf jetzt wieder eine ganz andere Welt kennenlernt, weiß ebenso zu überzeugen, wie seine Schauspielkollegin Scarlett Johansson, welche die junge High School Absolventin mimt. Sie weiß nicht so recht, was sie im Leben wohl will, was man daran sehen kann, dass sie beschließt, innerhalb kürzester Zeit ihren Freund zu verlassen, um Richtung New Orleans aufzubrechen, dem Ort ihrer Kindheit. Es ist zwar ein trauriger Anlass, aber dennoch ein Anlass. Gerade dort angekommen, wird sie damit konfrontiert, dass das Haus ihrer Mutter von zwei Alkoholikern belagert wird, weshalb sie sich zuerst gleich wieder entschließt, weiterzuziehen. Direkt am nächsten Tag jedoch kehrt sie wieder ein, woraufhin sich dann die eigentliche Geschichte aufbaut.

Dem Wunsch folgend, herauszufinden, wer eigentlich ihre Mutter war, begibt sie sich auf eine Reise durch das ruhige, sehr ruhige Leben im Südosten der USA, stößt dabei auf Erinnerungen, Kummer, aber auch auf eine völlig unverhoffte Entdeckung, die ihr bisheriges Leben weitesgehend zu verändern vermag. Diese Entdeckung, welche ich an dieser Stelle nun nicht verraten möchte, hat schon vorher im Film einen gewissen Stellenwert, doch wurde es geschickt verdeckt, so dass man wirklich erst zum Schluß eigentlich drauf gekommen ist.

Der Film hat Höhen und Tiefen, sowohl, was die Emotionen angeht, als auch die Story. Er bietet unterschiedliche Charaktere und zeigt, wie solche zusammenwachsen können. Manchmal gibt es kleine Schönheitsfehler, über die man aber auch hinwegsehen kann, wenn man auf ruhige, schöne Filme steht, die einfach eine nette Geschichte zu erzählen haben.

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